3. Gemeinsame Tagung EFG - EVSA


Am 06. April 2019 führte die Entomologen-Vereinigung Sachsen-Anhalt e. V. (EVSA) nach vier Jahren wieder eine gemeinsame Tagungsveranstaltung mit der Entomofaunistischen Gesellschaft (EFG) durch. War damals das Anhaltische Berufsschulzentrum „Hugo Junkers“ in Dessau Austragungsort, konnte sich in diesem Jahr die Verwaltung des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz als Gastgeber der gemeinsamen Tagung präsentieren. Um es vorweg zu nehmen, ein würdiger Gastgeber, der die in einem angenehmen Ambiente stattfindende Tagung in Erinnerung bleiben lässt. Die Mitarbeiter einschließlich der anwesenden Praktikanten sorgten dafür, dass keine Wünsche offen blieben. Sowohl der Entomologiebedarf (Bioform) als auch die Pausen- und Mittagsversorgung durch das Team der Gaststätte „Zur Queste“ (Questenberg) ließen sich so ungehindert in Anspruch nehmen. Dafür allen Beteiligten nochmals der Dank der EVSA und der EFG.


Nach der offiziellen Begrüßung durch die beiden Vorsitzenden der Vereine war es Armin Hoch von der Biosphärenreservatsverwaltung, der im Rahmen seiner Grußansprache die innerhalb des BioRes Karstlandschaft Südharz umfassend verwirklichten Aufgaben, Leistungen und Untersuchungen vorstellte. Bevor allerdings das aus acht Vorträgen bestehende Veranstaltungsprogramm starten konnte, ergriff Professor Bernhard Klausnitzer nochmals das Wort. Eine aus echtem Meissner Porzellan bestehende Anerkennungsplakette war zu überreichen. Sie erhielt aufgrund seiner über 25jährigen intensiven und vor allem aufopferungsvollen Tätigkeit als Vorsitzender der EVSA Herr Dr. Werner Malchau. Dafür nochmals unsere Gratulation.

Auszeichnung Dr. W. Malchau


Die Themen der Vorträge waren recht weit gefächert, sie setzten sich (im wahrsten Sinne des Wortes) mit den Fransenflüglern (Thysanoptera) fort. Professor Dr. Gerald Moritz (MLU Halle/Wittenberg) verstand es bestens, dass Interesse der Zuhörer zu fesseln, wenn er die doch zum Teil recht merkwürdig anmutenden Lebensweisen und Strategien dieser Tiere unter der Überschrift „2 mm Körpergröße - Erfolgsrezept Thrips“ erläuterte. Danach informierte Andreas Martens vom Nationalpark Harz ausführlich über den Stand und die vielfältigen Untersuchungen zur Wirbellosenfauna im Hochharz. Dem folgte mit Bezug auf die Studie des Entomologischen Vereins Krefeld eine Darstellung zur Situation ausgewählter Schmetterlingsvorkommen. Professor Dr. Thomas Schmitt (Müncheberg) gab einen aufschlussreichen Einblick in die artspezifischen Ursachen und Wechselwirkungen, die zu dem erkennbaren starken Falter-Rückgang führen bzw. führen können. Damit schließlich die verbliebenen Falter auch noch genügend Nahrung antreffen, stellten Nancy Manke und André Schwuchow (ehemals FH Anhalt Bernburg) ihre Untersuchungen innerhalb des Stadtgebietes von Magdeburg vor, wo die Stadt ausgewählte Grünflächen insektenfreundlich und blütenreich gestaltete. Sicher ein Vorbild, das sich Kommunen zu eigen machen können.
Zwei Vorträge zur Zönose aquatiler Käfer in landwirtschaftlichen Entwässerungsgräben in Brandenburg (Dr. Daniel Rolke, Landsberg) sowie zur Situation der dem FFH-Regime unterliegenden Dytiscidenart Graphoderus bilineatus (Dietmar Spitzenberg, Hecklingen) sorgten schließlich dafür, dass die Tagungsluft nicht gar zu trocken wurde. Den Abschluss der Tagung gestaltete schließlich Professor Dr. Holger Dathe mit einem interessanten Vortrag zum Insekt des Jahres 2019, der Rostroten Mauerbiene Osmia bicornis. Der Vortrag war nicht zuletzt geeignet, das Interesse für die Wildbienen im Besonderen und die Hymenopteren im Allgemeinen zu wecken. Ist die Zahl der Spezialisten und Interessenten, die sich dieser Tiergruppe widmen, doch reichlich überschaubar.


Ein einziger kleiner Wermuthstropfen musste allerdings verzeichnet werden: Ein klein wenig mehr Zuspruch für die Tagung wäre durchaus anerkennenswert gewesen. Zumindest die ca. 50 Teilnehmer erlebten eine interessante und gelungene Veranstaltung.

Dietmar Spitzenberg