Auf Grund der Corona-Situation wurde die für den 20.06.2020 geplante Veranstaltung auf den 19. Juni 2021 verschoben! Auch dieser Termin ist hinfällig und wird hiermit für den 18.06.2022 geplant! - Ehrenkolloquium aus Anlass des 100. Jahrestages der Gründung der Entomologischen Gesellschaft Magdeburg (EGM) – Fachgruppe am Museum für Naturkunde.

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Ein bemerkenswerter Falterfund in Stendal (Lepidoptera: Pyralidae)

Am 07. Juni 2016 entdeckte ich in Stendal, OT-Röxe, Schulstraße 34, MTB-Q 3437/1, an der Lampe am Hauseingang einen kleinen Falter, der das Aussehen eines Zünslers hatte. Da er mir unbekannt vorkam, entschloss ich mich, ihn einzufangen.

Die nachträgliche Bestimmung bestätigte meine Vermutung. Nach SLAMKA, F. (1995) "Die Zünslerfalter Mitteleuropas", handelte es sich um ein Exemplar von Sclerocona acutellus(EVERSMANN, 1842).

SLAMKA schreibt dazu unter der lfd. Nr. 326, dass aus Deutschland nur zwei Falterfunde bekannt geworden sind und zwar aus Bayern (PALM, 1986). Auch bei GAEDIKE & HEINICKE (1999) "Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands", sind nur diese beiden Funde aus Bayern für Deutschland verzeichnet.

Weitere Nachforschungen im Internet ergaben, dass inzwischen auch zwei Funde aus Baden-Würtemberg von 2006 und 2007 sowie ein Fund aus Niedersachsen von 2005 vorliegen. Auch in der Schweiz, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Schweden wurde die Art nachgewiesen. Die anscheinend an Schilf gebundene Art hat sich erst in jüngster Zeit ins westliche und nördliche Deutschland ausgebreitet. Hier ist sie aber noch überall sehr selten. Vermutlich handelt es sich bei meinem Fund in Stendal um eine Neufestellung für Sachsen-Anhalt und speziell auch für die Altmark.

P7020005

Verfasser: Peter Strobl, Stendal

Quellenverzeichnis:

Slamka, F. (1995): Die Zünslerfalter (Pyraloidea) Mitteleuropas. Verlag Prunella (Poprad-Tatry, Slowakei).
Gaedike, R. & W. Heinicke (Hrsg.) (1999): Verzeichnis der Schmetterlinge Deutschlands, (Entomofauna Germanica 3), Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 5.
Internet: www.lepiforum.de